FAQ – Antworten auf die wichtigsten Fragen

Mythen rund ums Fenster

Neue Fenster sind zu dicht und führen zu Schimmel.

Kurz gesagt, nein. Neue Fenster führen nicht zu Schimmel.
Sie sind dichter, wodurch weniger unkontrollierte Luft durch Fugen entweicht – aber die Ursache des Schimmels liegt fast immer im Raumklima, nicht am Fenster selbst.

Vor dem Fenstertausch gab es meist unbemerkte „Lüftungsverluste“ durch alte, undichte Fenster. Dadurch wurde Feuchtigkeit automatisch abgeführt.

Nach dem Fenstertausch ist das Gebäude dichter – feuchte Raumluft bleibt länger im Raum. Wird nicht bewusst gelüftet, steigt die Luftfeuchtigkeit, besonders:

  • in Schlafzimmern, Küche, Bad
  • bei vielen Personen im Haushalt
  • bei Wäsche trocknen in der Wohnung
  • bei zu niedrigen Raumtemperaturen
  • wenn Möbel zu nahe an Aussenwänden stehen

Wenn warme, feuchte Luft auf eine kalte Oberfläche trifft, kann Kondenswasser entstehen – und daraus Schimmel.

Die Ursache ist also Feuchtigkeit → nicht das neue Fenster.

Fazit:

  • Neue Fenster erhöhen die Dichtigkeit, aber erzeugen keine Feuchtigkeit.
  • Der Schimmel entsteht, wenn Feuchtigkeit im Raum bleibt.
  • Moderne Gebäudehüllen brauchen gezielte Lüftung, weil sie dichter sind.
  • Das ist energetisch gewollt – man verliert keine teure Wärme mehr.

Neue Fenster zeigen also nur ein Raumklima-Problem, das vorher verborgen war.

Dreifachverglasung hat automatisch den besseren Schallschutz.

Das stimmt so nicht.
Für den Schallschutz ist nicht die Anzahl der Scheiben entscheidend, sondern der Glasaufbau: unterschiedliche Glasdicken, Abstände und spezielle Schallschutzfolien.
Eine gute Zweifachverglasung kann akustisch besser sein als eine einfache Dreifachverglasung.

Je dicker das Glas, desto besser der Schallschutz.

Nicht unbedingt.
Für guten Schallschutz braucht es asymmetrische Glasaufbauten und passende Abstände.
Dicke allein bringt kaum Vorteile.

Neue und "zu dichte" Fenster führen zu Schimmel.

Nein.
Schimmel entsteht durch Feuchtigkeit, nicht durch moderne Fenster.
Neue Fenster dichten besser ab – das ist richtig und wichtig. Entscheidend ist: regelmäßig lüften, besonders nach Kochen, Duschen oder Schlafen.

Fragen aus dem Alltag & Praktische Tipps

Was kann man tun, um Schimmel zu verhindern?

1. Richtig lüften

  • 2–4× täglich Stosslüften (komplett öffnen für 3–5 Minuten)
  • Nicht kippen – das bringt wenig und kühlt Wände aus
  • Nach Duschen, Kochen und Schlafen besonders gut lüften

2. Raumtemperatur beachten

  • Räume nicht unter 18–20 °C abkühlen lassen
  • Kalte Wände ziehen Feuchtigkeit an → Kondenswasser → Schimmel

3. Luftfeuchte kontrollieren

  • Ideal: 40–60 %
  • Hygrometer hilft (kostet wenig, grosse Wirkung)

4. Möbel von Aussenwänden abrücken

  • min. 5–10 cm Abstand
  • Damit die Luft zirkulieren kann

5. Feuchtequellen reduzieren

  • Wäsche möglichst nicht in der Wohnung trocknen
  • Türen zu Bad/Küche nach Benutzung geschlossen halten

Warum beschlagen Fenster – innen oder aussen?

Beschlag innen – Zeichen für zu hohe Luftfeuchtigkeit

Wenn die Innenseite des Glases beschlägt, ist die relative Luftfeuchtigkeit im Raum zu hoch.
Warme, feuchte Luft trifft auf die kälteste Oberfläche im Raum – meist das Fenster – und kondensiert dort.

Typische Ursachen:

  • zu wenig oder falsches Lüften
  • Schlafräume (Atemluft)
  • Kochen, Duschen, Wäsche trocknen
  • zu niedrige Raumtemperatur
  • Möbel zu nahe an Aussenwänden

➡️ Innenbeschlag ist ein Hinweis auf ein Raumklima‑Problem, nicht auf ein Fensterproblem.


Beschlag aussen – ein Qualitätsmerkmal

Wenn die Aussenseite eines Fensters beschlägt, ist das ein positives Zeichen:
Es zeigt, dass das Fenster sehr gut isoliert und kaum Wärme nach draussen verliert.

Kurz gesagt:

  • Das Glas ist aussen so kalt, dass die feuchte Morgenluft darauf kondensiert.
  • Häufig bei hochwertigen 3-fach Verglasungen, Minergie-Standard oder gut gedämmten Fassaden.
  • Besonders sichtbar morgens, wenn die Aussenluft feucht ist.

➡️ Aussenbeschlag zeigt hohe Dämmleistung – das Fenster hält die Wärme drin.

Wie lüfte ich richtig?

Richtiges Lüften bedeutet: kurz, kräftig, vollständig öffnen.

Die beste Methode ist Stosslüftung.


🔹 Stosslüftung (empfohlen)

  • Fenster komplett öffnen, 3–5 Minuten
  • 2–4× täglich
  • Noch besser: Durchzug, wenn möglich (Fenster gegenüberliegender Räume öffnen)

➡️ Die feuchte Luft wird schnell ausgetauscht, ohne dass die Wände auskühlen.
➡️ Energiesparend und wirksam gegen Schimmel.


🔹 Kipplüftung (nicht empfohlen)

Viele lassen Fenster lange „auf Kipp“, doch:

  • Es wird kaum Luft ausgetauscht
  • Der Raum kühlt aus, besonders der Fensterlaibung
  • Kalte Flächen → KondenswasserSchimmelgefahr
  • Hoher Energieverlust

➡️ Kipplüftung ist ungeeignet, besonders im Winter.

Was passiert wenn ich das Fenster zu lange gekippt lasse?

  • Die Laibungen und Aussenwände kühlen stark ab
  • Kalte Oberflächen ziehen Feuchtigkeit an
  • Das Risiko für Schimmelbildung steigt enorm
  • Heizenergie wird verschwendet
  • Bei starkem Wind kann zusätzlich Feuchtigkeit eindringen

➡️ Lange gekippte Fenster sind einer der häufigsten Schimmel-Auslöser.

Warum spüre ich Zugluft, obwohl das Fenster geschlossen ist?

Auch wenn ein Fenster vollständig geschlossen ist, kann es sich manchmal so anfühlen, als käme kalte Luft hinein. In den meisten Fällen ist das keine echte Undichtigkeit, sondern sogenannter Kaltluftabfall.

Was ist Kaltluftabfall?

Die Innenseite der Scheibe ist kühler als die Raumluft. Dadurch sinkt die Luft vor dem Glas nach unten – wie ein kleiner „Luftfall“.
Das fühlt sich wie Zugluft an, obwohl das Fenster technisch dicht ist.

Das passiert besonders bei:

  • älteren 2‑fach Verglasungen
  • tiefen Aussentemperaturen
  • grossen Fensterflächen

In der Schweiz spricht man im Zusammenhang damit von der Behaglichkeitsnorm (SIA 180), welche Mindest‑Oberflächentemperaturen fordert – die werden praktisch nur mit 3‑fach Verglasung zuverlässig erfüllt.

 

Wann kann es tatsächlich Undichtigkeiten geben?

Echte Undichtigkeiten sind selten, und man erkennt sie eher an:

  • spürbarem Luftzug punktuell an Dichtungen
  • hörbaren Geräuschen (Windpfeifen)
  • Staubablagerungen an Fugen
  • Gerüchen von draussen

Wenn diese Symptome fehlen, handelt es sich fast immer um Kaltluftabfall, nicht um echte Zugluft.

Was kann man dagegen tun?

  • Bessere Verglasung (3‑fach) → höhere Innentemperaturen
  • Richtig heizen → Oberflächen bleiben warm
  • Rollläden/Jalousien nachts schliessen → Glasfläche kühlt weniger aus
  • Dichtungen prüfen lassen, wenn der Verdacht auf eine echte Undichtigkeit besteht

Technische Fensterbegriffe einfach erklärt

Was bedeutet der U‑Wert bei Fenstern?

Der U‑Wert (früher K-Wert) gibt an, wie viel Wärme ein Fenster nach aussen verliert. Je niedriger der U‑Wert, desto besser ist die Wärmedämmung des Fensters und desto weniger Heizenergie geht verloren. Moderne Isoliergläser erreichen heute Werte zwischen 0,7 und 0,5 W/m²K.

Dabei unterscheidet man zwei wichtige Werte:

  • Ug‑Wert
    Der Glas‑U‑Wert beschreibt ausschliesslich die Wärmedämmung der Verglasung.
    Moderne Dreifachgläser liegen meist zwischen 0,7 und 0,5 W/m²K.
  • Uw‑Wert
    Der Fenster‑U‑Wert bezieht das gesamte Fenster ein – also Glas, Rahmen und Abstandhalter.
    Er ist der entscheidende Wert für die Energieeffizienz eines Fensters.

Wichtig: Der Uw‑Wert ist immer höher als der Ug‑Wert, weil der Rahmen schlechter dämmt als das Glas.

Was bedeutet der g‑Wert bei Fenstern?

Der g‑Wert gibt an, wie viel Sonnenenergie durch ein Fenster ins Innere gelangt. Ein hoher g‑Wert bedeutet, dass viel Wärme von der Sonne hereinkommt, ein niedriger g‑Wert schützt vor Überhitzung.

Der g‑Wert wird in Prozent angegeben:

  • Hoher g‑Wert (z. B. 60 %)
    Lässt viel Sonnenwärme hinein → sinnvoll bei Nordfassaden oder wenn passive Wärmegewinne erwünscht sind.
  • Niedriger g‑Wert (z. B. 30–40 %)
    Reduziert die Aufheizung → ideal für Südfassaden, grosse Glasflächen oder Räume, die im Sommer schnell überhitzen.

Moderne Dreifachgläser haben je nach Beschichtung meist g‑Werte zwischen 30 % und 55 %.

Schallschutzwerte: Rw, C und Ctr einfach erklärt.

Rw‑Wert
Der Rw‑Wert zeigt, wie stark ein Fenster Lärm dämpft.
Je höher der Wert, desto leiser wird es im Raum.

  • Rw ~ 30 dB → Standardfenster, ausreichend bei normalem Wohnumfeld
  • Rw ~ 35–40 dB → guter Schallschutz, ideal bei stärker befahrenen Straßen
  • Rw > 45 dB → Spezialfenster für extreme Lärmbelastung (Hauptstraßen, Bahnlinien, Flughafennähe)

C‑Wert
Der C‑Wert ist eine Korrektur für hohe, helle Geräusche wie Stimmen oder Musik.
Er zeigt, wie sich der Schallschutz bei diesen Frequenzen verändert.

Ctr‑Wert
Der Ctr‑Wert ist die Korrektur für tiefe, dröhnende Geräusche wie Verkehrslärm.
Er ist besonders wichtig an Straßen, Bahnlinien oder bei Motorradlärm.

Kurz gesagt:
Rw = Grundwert
C = Anpassung für hohe Töne
Ctr = Anpassung für tiefe Töne

Beispiele:

  • Hohe Töne (C): Stimmen, Musik, Kinderlärm
  • Tiefe Töne (Ctr): Autos, LKW, Motorräder, Basslastige Geräusche

Welche Sicherheitsstufen gibt es? Was bedeuten die Begriffe Grundsicherheit, RC1, RC2?

Die Grundsicherheit entspricht der normalen Basisausstattung eines Fensters. Sie bietet einen einfachen Grundschutz gegen Gelegenheitstäter, jedoch ohne spezielle einbruchhemmende Komponenten.

RC1 (Resistance Class 1) bietet einen erhöhten Grundschutz. Diese Stufe widersteht einfachen Hebelversuchen mit körperlicher Gewalt, jedoch noch ohne Einsatz von Werkzeugen. Typisch sind verstärkte Beschläge und zusätzliche Verriegelungspunkte.

RC2 bietet einen deutlich höheren Schutz und ist die in der Schweiz am häufigsten verwendete Sicherheitsstufe. RC2‑Fenster widerstehen einem Einbruchversuch mit einfachen Werkzeugen wie Schraubenzieher, Zange oder Keil. Dazu gehören Pilzkopfzapfenbeschläge, verstärkte Bauteile und Sicherheitsverglasung.

RC1N und RC2N sind Varianten der Sicherheitsklassen RC1 und RC2 – das „N“ steht für „Normalverglasung“.

Was ist ein Wetterschenkel, und wofür wird er gebraucht?

Der Wetterschenkel (auch Steckprofil) ist ein schmales Aluminiumprofil am unteren Fensterrahmen. Er deckt die äussere untere Fuge zwischen Fensterrahmen und Fensterbank ab.

Er schützt diese Fuge vor Witterung und insbesondere vor UV‑Strahlung. Ohne Wetterschenkel würde die Fuge schneller altern, austrocknen oder undicht werden.

Der Wetterschenkel muss demontierbar sein, damit die Fuge bei Bedarf kontrolliert oder erneuert werden kann – ohne den Fensterrahmen auszubauen. Das erleichtert sowohl Wartung als auch spätere Sanierungen.

Die Montage erfolgt je nach Fenstersystem entweder als Steckprofil oder als Aufschraubvariante.

Was kosten neue Fenster?

Die Kosten für neue Fenster lassen sich nicht pauschal angeben, da jedes Fenster individuell gefertigt wird. Material, Verglasung, Sicherheitsausstattung, Schallschutz, Masse und der Montageaufwand beeinflussen den Preis. Damit Sie eine realistische Vorstellung erhalten, erklären wir hier die wichtigsten Preisfaktoren für verschiedene Fenstertypen. Für ein genaues Angebot erstellen wir immer eine massgeschneiderte Offerte, die zu Ihrem Projekt passt.

Warum kann man Fensterpreise nicht pauschal angeben?

Fenster werden immer individuell gefertigt und an die genauen Masse und Anforderungen eines Gebäudes angepasst. Der Preis hängt von vielen Faktoren ab: Material, Verglasung, Wärmedämmung, Sicherheitsklasse, Schallschutz, Farbe, Beschläge und dem Aufwand für die Montage. Deshalb sind pauschale Preisangaben nicht sinnvoll. Wir erstellen für jedes Projekt eine individuelle Offerte, die alle technischen und optischen Wünsche berücksichtigt.

Was kosten Holzfenster?

Holzfenster sind hochwertige, natürliche Produkte und werden individuell gefertigt. Der Preis hängt von der Holzart, der Oberflächenbehandlung, der Verglasung, der Wärmedämmung, der Sicherheitsausstattung und den genauen Massen ab. Grundsätzlich liegen Holzfenster preislich über Kunststofffenstern, bieten dafür aber eine warme Optik, sehr gute Dämmwerte und eine hohe Lebensdauer. Für eine genaue Einschätzung erstellen wir gerne eine individuelle Offerte.

Was kosten Holz‑Metall‑Fenster?

Holz‑Metall‑Fenster gehören zu den hochwertigsten Fenstersystemen. Innen sorgt Holz für ein warmes Wohngefühl, aussen schützt eine wetterfeste Aluminiumschale. Der Preis hängt von Holzart, Beschichtung, Verglasung, Dämmwerten, Sicherheitsklasse und den individuellen Massen ab. Diese Fenster liegen preislich über reinen Holzfenstern, bieten dafür aber maximale Langlebigkeit und minimalen Pflegeaufwand. Eine genaue Preisangabe ist nur anhand eines konkreten Projekts möglich.

Was kosten Kunststofffenster?

Kunststofffenster sind die preislich attraktivste Variante und bieten gleichzeitig gute Dämmwerte. Der Preis hängt von der Anzahl der Kammern im Rahmen, der Verglasung, der Sicherheitsausstattung, der Farbe und den Massen ab. Auch bei Kunststofffenstern gilt: Jedes Fenster wird individuell gefertigt, weshalb wir keine pauschalen Preise nennen können. Für Ihr Projekt erstellen wir gerne eine passende Offerte.

Welche Faktoren beeinflussen den Preis eines Fensters?

Der Preis eines Fensters hängt von verschiedenen Faktoren ab, da jedes Fenster individuell gefertigt wird. Dazu gehören unter anderem:

  • Material (Kunststoff, Holz, Holz‑Metall)
  • Verglasung (2‑fach, 3‑fach, Spezialglas)
  • Wärmedämmung (U‑Werte)
  • Sicherheitsausstattung (RC‑Klassen, Beschläge)
  • Schallschutzanforderungen
  • Vorgaben des Denkmalamtes
  • Anforderungen an Sicherheit und Statik
  • Farbe und Design
  • Masse und Form
  • Montageaufwand (Altbau, Neubau, Demontage, Zugang)

Je nach Kombination dieser Punkte kann der Preis stark variieren. Deshalb erstellen wir für jedes Projekt eine individuelle Offerte, die exakt auf Ihre Anforderungen abgestimmt ist.